Orangerien
im Barockgarten Großsedlitz

Repräsentative Tradition

Orange und Orangerie
Orange und Orangerie in Großsedlitz

Im 17. und 18. Jahrhundert sammelten die europäischen Fürsten mit Vorliebe südländische Gewächse – insbesondere Orangenbäume. Diese Baumbestände nannte man »Orangerie«. Sie waren ein Statussymbol und dienten der Repräsentation. Der Begriff ging später auf die Orangeriegebäude über. Zur Zeit Augusts des Starken sammelten die Fürsten neben Bitterorangen – den Pomeranzen – Myrten, Lorbeer, Granatäpfel und Feigen.

Die Fürsten und der Herkules-Mythos

Orangenbäume im Nebel
Orangenbäume im Nebel

Große symbolische Bedeutung erhielten die Orangerien durch ihren Bezug zum griechischen Herkules-Mythos. Die Zitrusfrüchte galten als die goldenen Äpfel, die Herkules für Eurystheus aus dem Garten der Hesperiden holen sollte. Auf diese Weise erlaubte die Pflanzensammlung die im Barock geliebte Gleichsetzung ihres Besitzers mit dem tugendhaften Helden.

Die Orangerien in Großsedlitz

Untere Orangerie mit Brunnenanlage
Untere Orangerie mit Brunnenanlage

Von 1719 bis 1726 wurden die Obere und die Untere Orangerie in Großsedlitz errichtet. Hier überwinterten bis zu 1250 Orangenbäumchen. Im Winter 1928/29 erfroren die letzten Pflanzen, vermutlich weil die Heizung ausfiel. Umfassende Sanierungsarbeiten der beiden Orangerien machten es möglich, 1997 wieder 100 Orangenbäume aus der Toskana zu importieren.

Seither schmücken die Pomeranzen von Mai bis September das Untere Orangerieparterre. In exakten Reihen entlang der Wegeinfassung unterstreichen sie die barocke Architektur des Gartens. Von Oktober bis April überwintern bis zu 400 Kübelpflanzen in der Unteren Orangerie bei 5 bis 8 Grad Celsius. In den Sommermonaten wird die Obere Orangerie für Feierlichkeiten genutzt.

Kontakt

Barockgarten Großsedlitz

Parkstraße 85 | 01809 Heidenau

+49 (0) 3529 5639-0
grosssedlitz@schloesserland-sachsen.de